Winter2.jpg

Die Witterung und der Wein

Der Winter begann spät, so spät, dass viele schon glaubten, den Winter eigentlich überstanden zu haben. Aber einem viel zu milden Dezember und Jänner fast ohne Niederschläge folgte dann der Februar ungewöhnlich kalt und schneereich.

Die Wintersportorte jubelten, denn der Betrieb war plötzlich weit über Ostern hinaus möglich, obwohl es zuerst so aussah, dass der Schibetrieb aufgrund von Schneemangel und zu hohen Temperaturen nach den Semesterferien eingestellt werden muss. Genau so war es auch bei uns. Wir bekamen endlich einmal ausreichend Niederschläge in Form von Schnee. Eine Schneedecke schützte die Rebstöcke und war zugleich dann Feuchtigkeit für das Frühjahr.

Der Winter wollte aber nicht aufgeben, dem sehr kalten Februar folgte ein sehr kalter März. Von Frühling wie in den letzten Jahren zu dieser Zeit keine Spur. Dann aber von einer Woche auf die andere kamen wir vom Frieren zum Schwitzen. Es ging viel zu schnell und wir hatten fast schon Sommer. Ende April kratzten wir schon wieder an der 30° Marke. Das war auch das letzte Mal im heurigen Jahr, dass wir nennenswerte Niederschläge bekamen. Ostern war noch sehr feucht und viel zu kalt. Was damals viele Leute ärgerte, erwies sich aber als letzte Wasserspende im heurigen Hitzejahr.

Weiterlesen: Das Weinjahr 2018

Wir hatten einen außergewöhnlich kalten Jänner, wo aber aufgrund der Vegetationsruhe keine Schäden zu befürchten waren.

Dann wurde es rasch warm, zu warm und zu früh. Die Gefahr des zu frühen Austriebs war damit wieder, wie in den vergangenen. Jahren gegeben.

Kälteeinbruch

Im April hatten wir dann, wie im Vorjahr 2016, das Problem eines Kälteeinbruchs mit Frostgefahr. Wir schützten die Rebstöcke aufgrund der Erfahrungen vom Vorjahr mit Decken und Plastikfolien. Die zwei Kältenächte um den 17-18. April gingen zum Glück fast ohne Schäden vorüber, da die Reben durch die Planen und Decken ausreichend geschützt waren. Daher erfolgte der Wuchs, im Gegensatz zum Vorjahr ohne abgestorbene Reben und die Beiaugen brauchten nicht, so wie in vielen Weinbaugebieten in Aktion treten und konnten entfernt werden.

Hitzewelle

Dann folgte ein extrem heißer Juni, Juli und August ohne Niederschläge. 

Zuerst wässerten wir die Reben mit dem Wasserschlauch um einen Totalausfall abzuwenden. Die gesamte Vegetation kam zum Stillstand. Wenn man Anfang August in den Weingarten ging, raschelte das völlig verdörrte Gras wie Stroh. Es gab keinen einzigen grünen Grashalm mehr. Erst durch die Wässerung kam der Reifefortschritt wieder in die Gänge. Dann im September kam, leider zu spät, der lang ersehnte Regen, genau als die Trauben weich wurden. D.h. die Fäulnisgefahr war plötzlich wieder ein wichtiges Thema, was beobachtet werden musste. Da aber der Pflanzenschutz lückenlos und genau im Sommer über erfolgte, war die Gefahr des vorzeitigen Verfaulens nicht so dramatisch wie zuerst befürchtet.

Gelungene Ernte

Wir ernteten dann Ende September völlig gesunde Trauben in überraschend großer Menge, da der Regen die Mengen doch noch gegen alle Erwartungen explodieren ließ. Endgültig gewannen wir ca. 200 Liter Wein, wobei so wie immer die roten/blauen Rebsorten wieder viel größere Erträge ergaben. Der Weißwein hat ca. 7g/lt Gesamtsäure und 12% vol Alkohol. Der Rotwein hat ca. 5g/lt. Säure und auch 12%vol. Alkohol.

Weiterlesen: Das Weinjahr 2017

Der Austrieb setzte aufgrund der relativ hohen Temperaturen  so um den 15. April ein. Die Augen platzten auf und die Triebe waren ca. 5 cm lang.
Bis dann der 26. April kam. Ich sehe mir immer nach „Dienstschluss“,  wenn ich von der Arbeit heim komme,  die Tagesschau und den Wetterbericht der ARD im Internet an. Es folgte die Ankündigung, dass es einen Wintereinbruch und Minustemperaturen geben wird… das wurde aber von vielen Landwirten nicht ernst genommen, da die Ankündigung in eine fast frühsommerliche Phase hineinplatzte, wo alle sagten: „Wir hatten keine Winter, nie Temperaturen weit unter Null -  und jetzt vor dem 1. Mai soll dann der Winter kommen? Verrückt, oder?

Wintereinbruch Ende April! 

 Aber der Winter kam! Und was die Besonderheit daran war, dass nämlich die Kaltluft mit warmer Luft vom Mittelmeer zusammentraf und auch noch starke Schneefälle an der Alpensüdseite auslöste. Vom 25.04. bis 27.04. war es in Kärnten und der Steiermark durchgehend weiß. Die Schneemassen waren derart schwer, dass sogar die Hagelnetze der Obstkulturen aufgrund der Schneelast zerstört wurden.
Bei uns versuchte ich durch Abdecken die Schäden abzuwenden. Das hätte auch funktioniert, aber ich habe zu spät damit begonnen und hatte nicht so viele Decken zur Verfügung, um den ganzen Weingarten abzudecken.
Aber die Triebe, die ich abdeckte, blieben vom Frost verschont. Folge des Frostes war ein sehr „gedehnter“ Reifeverlauf. Das heißt die Triebe, die geschädigt wurden, starben ab und man musste auf den Austrieb des Beiauges warten. Das Beiauge bringt aber nur sehr wenig Fruchtholz und dem entsprechend niedrig war dann auch der Behang mit Trauben aus diesem Beiauge.
Der Witterungsverlauf im Jahr 2016 war über fast die gesamte Vegetationsperiode nass, nass, nass. D.h. wir mussten die Spritzintervalle genau einhalten und sogar verdichten, da aufgrund des enormen Fäulnisdrucks die Peronosporagefahr („Falscher Mehltau“) enorm war. Wir konnten die wenigen Trauben aber mit großem Arbeitseinsatz erhalten.
Was auch ein Problem der Feuchtigkeit war, dass das  Wachstum des „Unkrautes“ in der Stockzone heuer enorm war. Ich musste fast ständig Unkrautarbeit machen um die Weinstöcke von Distel, Hirse, Brennessel, Klee,…etc. zu befreien.
Der warme September rettete noch den Jahrgang und wir ernteten zwar wieder wenige Trauben, aber diese waren sehr gesund. 

Weiterlesen: Das Weinjahr 2016

Das Weinjahr 2015 kann man wie folgt zusammenfassen:

Auf einen sehr milden Winter mir nur leichtem Frost - die kälteste Nacht hatte im Winter 2014/15 nur -7°C, erfolgte der Austrieb relativ zaghaft, da es im Frühjahr sehr lange kalt war.

Die Wasserversorgung war durchschnittlich. Um die Sommersonnenwende hatten wir noch einige kühle Tage mit leichtem Regen, der ganz wichtig war, denn dann folgte - wochenlange extreme Hitze. Insgesamt gab es sieben aufeinanderfolgende Hitzewellen, die nur durch kurze Tiefdruckgebiete, meist Gewitterfronten unterbrochen wurden. Das Problem dabei war, dass die Welser Heide aufgrund der Thermik als „Wolkenteiler“ fungierte, was die dringend benötigten Regenfronten einerseits nach Norden Richtung Donau - Linz und andererseits Richtung Süden ins Gebirge ablenkte. Wir erhielten auch Ende August nichts, wo es in NÖ die für die Traubenreife notwendigen 70 Lt. Regen gab. Wir bekamen leider gar nichts ab.

Durch mehrmaliges Gießen konnte doch eine kleine Ernte eingebracht werden. Bis auf Sonnenbrand und aufgrund der Trockenheit schon sehr wenig Laub waren die Trauben auch gesund. Wobei die Saftausbeute gering war.

Wir hatten dafür gute Zuckergrade, die aber überraschender Weise nicht so hoch waren, wie wir vermuteten. Trockenheit verhindert die Assimilation und das Wachstum, daher auch die durchschnittlichen Reifewerte. Die Weinstöcke befanden sich im Trockenstress, was bedeutet, dass das Wachstum eingestellt wurde und der Weinstock nur trachtet zu überleben…. Ohne Regen keine Reife.

Weiterlesen: Das "Welser" Weinjahr 2015

Wie wir alle wissen, war 2014 ein sehr durchwachsenes Jahr für den Wein in Mitteleuropa:

Ein sehr warmes und trockenes Frühjahr folgte auf einen nicht vorhandenen Winter (nie unter -5°C, nur eine Woche mit leichter dünner Schneedecke im Februar). Das begünstigte die Ausbreitung von Schädlingen.  Die Blüte war dann sehr vielversprechend. Es erfolgte ein guter Fruchtansatz. Die ersten Schätzungen der Erntemengen im Juli waren sehr positiv. Die Weinbauern rechneten mit einer mengenmäßigen Rekordernte von ca. 2,8 Mio hl. In Österreich waren plötzlich alle 10.000 lt. Edelstahltanks ausverkauft. Die Winzer jammerten, dass es viel zu trocken ist. Auch eine richtige Sommerhitze fand heuer nicht statt.

Es war sehr wechselhaft und schwülwarm. Dann kam der August und mit ihm der Regen. Zuerst ein Segen, da die Reife beschleunigt wurde und die Weintrauben brauchen Feuchte zur Reifefortsetzung.

Nur hörte es nicht auf zu regnen. Der Regen im August betrug in den sehr trockenen Weinbauregionen 200mm/qm. Das wäre für den gesamten Herbst genug gewesen.

Weiterlesen: Das Weinjahr 2014 und der Welser Wein

Kontakt

Welser Weinbauverein
Wimpassinger Straße 100
4600 Wels
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nächste Veranstaltung

08. Nov 2019 19:00 Uhr
Obermairs Wirtshaus

Alle Veranstaltungen

Copyright 2017 - Welser Weinbauverein
Webdesign Grosch-EDV